Wettig-Danielmeier: SPD bei Spätabtreibungen gesprächsbereit

Berlin, 08.1.98 (KNA)

Die SPD ist nach Angaben ihres Präsidiumsmitglieds Inge Wettig-Danielmeier im Blick auf eine Überarbeitung des Paragraphen 218 StGB "gesprächsbereit". Die SPD-Politikerin äußerte sich laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" zu Forderungen nach einem generellen Abtreibungsverbot nach der 20. Schwangerschaftswoche mit den Worten: "Ich fürchte zwar, daß man mit einer Formalfrist nicht weiterkommt, bin aber offen, über das Problem zu diskutieren." Nach dem geltenden Recht sind unter bestimmten Bedingungen, etwa bei Gefahr für Leben und Gesundheit der Mutter, auch spätere Abtreibungen zulässig.

Führende Ärzte hatten eine Änderung dieser Bestimmung gefordert, nachdem in Oldenburg ein offenbar behindertes Kind einen Abtreibungsversuch in der 25. Woche Überlebt hatte. Wettig-Danielmeier forderte die Ärzte auf, verantwortlich mit dem Gesetz umzugehen. Die medizinische Indikation muß nach ihrer Ansicht jedoch grundsätzlich in der Hand der Ärzte und der betroffenen Eltern bleiben; dem Gesetzgeber seien hier eindeutig Grenzen gesetzt.