| Im Sommer 1997 überlebte
ein kleiner Junge, Tim, seine eigene Abtreibung. Wegen eines genetischen Defektes -
Trisomie 21, Down-Syndrom - hatten sich die Eltern in der 25. Schwangerschaftswoche für
eine Abtreibung entschieden. Tim aber kam lebend zur Welt und wurde (laut FOCUS) 10 Stunden lang unversorgt liegengelassen. Erst
dann leiteten die Ärzte der Städtischen Kliniken Oldenburg die medizinische Behandlung
ein. 1)Im Januar 1998 stellten die Eltern des Kindes Strafanzeige und
verklagten die Ärzte auf Schadensersatz für sich und das Kind, da Sie nicht über das
"Risiko" aufgeklärt worden seien, daß ihr Sohn überleben könnte. 2)
Das "Oldenburger Baby"
ist kein Einzelfall. Experten sprechen davon, daß bei Abtreibungen nach der 20. Woche
etwa jedes dritte Kind lebend zur Welt kommt. 3) Um das zu verhindern, gehen viele Mediziner heute "auf Nummer sicher":
Sie töten das Kind vor der Geburtseinleitung mit Prostaglandinen noch im Mutterleib durch
eine tödliche Kaliumchlorid-Injektion ins Herz. 4)
Ärzteverbände fordern seit 1997
einen verbesserten gesetzlichen Schutz und ein Verbot der Abtreibung lebensfähiger
Kinder, denn seit der Novellierung des § 218 im Juni 1995 ist ein deutlicher Anstieg sehr
später Abtreibungen zu verzeichnen. 5)
Waren es 1994 "lediglich" 26 6), so stieg die Anzahl der
Abtreibungen nach der 23. Woche seither kontinuierlich. 1996 7) wurden 159 und 1997 bereits 190 Abtreibungen überlebensfähiger Kinder
registriert. 8) Das entspricht einer Zunahme der Abtreibungen bis zur Geburt um 730% - nur zwei
Jahre nach der letzten Neuregelung des Abtreibungsstrafrechts! Ist dies nur die Spitze des
Eisbergs? Laut Frank Montgomery, dem Vorsitzenden des Marburger Bundes, sind es sogar 800
Kinder, die jedes Jahr nach der 20. Schwangerschaftswoche getötet werden. 9)
Seit dem "Oldenburger
Fall" wächst die Kritik an der Tötung der außerhalb des Mutterleibes
überlebensfähigen Kinder. Nicht nur in der Fachpresse wird das Thema ausführlich
diskutiert, seit Januar 1998 zeigt sich auch die Politik durchaus reformbereit:
Die SPD signalisierte nach Bekanntwerden vom Tims überlebter Abtreibung Gesprächsbereitschaft.11) Bundestagsabgeordnete wie Bundesfamilienministerin a.D. Claudia Nolte (CDU), Staatssekretär a.D. Manfred Carstens (CDU), Hubert Hüppe (CDU) und Norbert Geis (CSU)12) fordern nachdrücklich eine Neufassung des § 218. Die gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, sieht dringend Handlungsbedarf. Kampagne gegen Abtreibung bis zur Geburt: Durch Unterschriftenlisten, Aktionen, Politikerbefragung und umfassende Aufklärung wollen wir auch für ein Verbot der Abtreibung von außerhalb des Mutterleibes lebensfähigen Kindern eintreten. Verbänden, Gruppen und interessierten Einzelpersonen, die dieses Anliegen unterstützen wollen, bieten wir Information, Material und Hilfe bei der Organisation von Vortragsabenden an. info@tim-lebt.de
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